Ja, es tut weh. Überall. Aber wirklich einen Grund dafür sehe ich nicht.
Ich rieche nach dir. Ich schmecke dich. Ich hatte dich ganz nah bei mir, küsste dich und atmete alles von dir ein. Und dann bist du weg und es ist so als würde man mir etwas Lebenswichtiges entreißen. Mein Herz sehnt sich nach dir, mein Herz verlangt nach dir, mein Körper sucht deine Nähe. Doch du siehst es nicht oder willst es nicht sehen, bist so in deiner eigenen Welt gefangen, dass du eine andere neben dir nicht wahrnimmst. Du weißt nicht was du vom Leben willst und deswegen bist du dir auch unsicher bei mir. Du gibst mir dieses Gefühl jedes Mal wenn wir zusammen sind und es tut weh. Es tut verdammt nochmal weh.
Wenn ich bei dir bin, fängt mein Herz an zu rasen, mein Körper stellt auf Sparflamme, meine Muskeln ziehen sich zusammen, alles verhärtet sich. Ich bin angespannt, nervös und unsicher. Ich muss alles perfekt machen. Ich muss perfekt sein. Deine Berührungen schmerzen, deine Worte noch mehr. Jedes Mal muss ich aufs Neue erkennen, dass dieser Mensch vor mir, dem ich alles geben würde, für den ich alles aufgegeben habe, der mir so viel bedeutet, mich kein bisschen kennt, mich niemals verstehen wird, meine Gedankengänge nicht nachvollziehen kann und - das schlimmste von alledem - sich in seinem Umfeld so benimmt, als hätte er kein Herz, als wäre es durch einen Stein ausgetauscht worden, an dem jegliche Emotion abprallt und zurück geschmissen wird.
Am Liebsten würde ich dich einfach anschreien, deinen Körper schütteln, dein Herz befreien, ausgraben, den Stein zerschlagen - dahinter muss sich doch etwas befinden… Oder?
Du fehlst mir. Du fehlst mir so sehr. Und wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, wenn wieder alles so sein könnte wie früher, normal und langweilig, aber sicher und liebevoll, ich würde es tun. Ich würde keine Sekunde zögern. Ich würde uns zurück holen und ich würde es besser machen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und genauso wie jedes Lied einmal endet, hat auch unsere Zeit geendet. Es hinterlässt ein dumpfes Gefühl im Magen, ein Ziehen im Brustkorb, ein Flimmern vor Augen und eine Stille in den Ohren. Eine grausame, unangenehme Stille. Genauso wie wenn man ein Lied hört, das abrupt endet. Diese Stille ist kaum auszuhalten. Diese Stille tut weh. Und ich sehe keinen Grund dafür.
ALEX: “Does it hurt?”
IZZIE: “Yeah.”
ALEX: “Where does it hurt?”
IZZIE: “Everywhere…”
ALEX: “Maybe it hurts for a reason.”
Einfach ins Auto setzen und losfahren.
Die Einsamkeit und das ständig leere Haus hinter sich lassen.
Kein Gedanke an morgen, gestern.
Im Hier und jetzt sein.
Und es fühlt sich gut an.
In den Ohren dröhnt laut Musik.
Musik macht doch immer alles besser, richtig?
Und es fühlt sich an als würde sich das Auto im Takt bewegen.
Das Gefühl der Freiheit setzt ein und für einen Moment vergisst man wirklich diese Traurigkeit, die einen schon eine ganz lange Zeit beschäftigt. Sie ist mit einem Mal nicht mehr da. Was zählt ist die Musik, das Fahren und die Straße, der Weg der vor einem liegt. Egal wohin, alles ist besser als zurück zusehen.
Die Zweifel, die einen plagen, die Ängste, die immer wieder kommen, sie verschmelzen mit dem Rhythmus, mit der Musik. Sie lösen sich in den Lyrics auf, zerfallen mit der Melodie. Doch schon beim nächsten Lied kommen sie wieder und es beginnt von vorne.
Und eigentlich möchte man einfach nur Tanzen. Sich mit der Musik bewegen und von der Umwelt nichts mehr mitbekommen.
Man merkt wie unwichtig seine Probleme doch sind.
Und dass das Leben auch schön sein kann.
Genau in solchen Momenten, an solchen Tagen.
Mit ohrenbetäubender Musik im Körper und der ganzen Welt, die vor einem liegt.
this is the bitter not the sweet
this is the take and not the keep
and i haven’t even reached the bottom
of this ocean floorshouldn’t be a good in goodbye | jason walker ➭